Ähnlich wie Auslandsstandprojekte sind auch Reiseprojekte im Ausland Hilfeformen für Jugendliche, die in Anspruch genommen werden können/müssen, wenn grosser Abstand zum Lebensumfeld oder einer gefährdenden Szene notwendig ist. Sie nutzen den Prozess der Erfahrung einer anderen Kultur, die besonderen geographischen, sozialen und natürlichen Bedingungen des Gastlandes sowie das hohe Aufeinanderangewiesensein zwischen Betreuer und Betreuten in einer fremdsprachigen Umgebung. Daneben ist es die besondere Erfahrung des Reisens, die dazu beiträgt, gewohnte Verhaltensmuster der Jugendlichen zu verändern und neue Kompetenzen zu erwerben.
+ Weitere Informationen zu unseren Reiseprojekten hier
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Wellenbrecher e.V. bietet Kurzzeitprojekte zur Krisenintervention an. Die Betreuungen werden bedarfsorientiert als:
• Reiseprojekte im Ausland,
• Reiseprojekte im Inland,
• Standprojekte im Ausland oder auch als
• Unterbringung in trägereigener Wohnung in Deutschland durchgeführt.
Die Dauer der Krisenintervention variiert in Abhängigkeit des Einzelfalles. Wellenbrecher bietet sowohl eine Überbrückung für den Zeitraum weniger Tage, wie auch längere Betreuungen an. Bei Reiseprojekten hat sich ein Zeitraum von zwei Monaten bewährt.
Kriseninterventionen können beispielsweise genutzt werden, um
• das Herkunfts- bzw. Betreuungssystem bei zugespitzter Beziehungsdynamik zu entlasten (Timeout),
• den Betreuten die Möglichkeit zu eröffnen, abseits der Alltagssituation die eigene Lebenslage zu reflektieren,
• Resourcensuche zu betreiben, um gemeinsam mit der/dem Betreuten Ideen für geeignete Anschlusssettings zu entwickeln,
• bei Jugendlichen, die in keiner Inobhutnahme o.ä. unterzubringen sind, zunächst die Grundversorgung sicher zu stellen sowie Fremd- und Selbstgefährdung zu mindern,
• Untersuchungshaft zu vermeiden.
Diese Kriseninterventionen werden ausnahmslos von erfahrenen Fachkräften durchgeführt. Es stehen sowohl männliche wie weibliche BetreuerInnen zur Verfügung. Die Ausgestaltung der jeweiligen Betreuung wird mit dem Auftraggeber detailliert abgesprochen – für Reiseprojekte haben sich reizarme Umgebungen wie Skandinavien und Polen bewährt. Die Betreuungsverläufe werden durch Berichte dokumentiert. Eine dichte Begleitung durch die Projektleitung und eine 24-Stunden- Rufbereitschaft dienen zur Absicherung dieser Settings. Der Kontakt zu dem Auftraggeber ist somit in der Regel eng. Bei Bedarf wird diese Betreuungsform auch durch die Diagnostikabteilung von Wellenbrecher e.V. begleitet. Zusätzlich kann die Arbeit mit den Eltern, bzw. mit den Herkunftssystemen angeboten werden.
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Stationäre Kurzzeitbetreuung
Das Konzept „Stationäre Kurzzeitbetreuung“ wurde von Wellenbrecher e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kinderneurologischen Zentrum Bonn entwickelt. Mit diesem Konzept bietet Wellenbrecher e.V. Kindern zwischen 2–10 Jahren einen familiären Lebensort an, in dem sie zur Klärung ihrer weiteren Perspektive für eine begrenzte Zeit Schutz, Unterstützung und Verständnis erfahren. Die „Stationären Kurzzeitbetreuungen“ übernehmen in dieser Zeit die Erziehung und Versorgung der Kinder. Die Besonderheit liegt in der Verbindung familiärer Erziehung und pädagogischer Professionalität. Sie decken den Zeitraum der weiteren Klärung ab. Hierdurch können z.B. (immer in enger Absprache mit dem jeweiligen Jugendamt)
• Rückkehroptionen in das Herkunftssystem vorbereitet und begleitet werden,
• Zeit gewonnen werden, um evtl. ambulante Hilfen zu installieren,
• unklare Situationen, wie z.B. offene Sorgerechtsverfahren überbrückt werden,
• die Suche nach einer geeigneten Fremdunterbringung überbrückt werden.
Die „Stationären Kurzzeitbetreuungen“ werden regional über das Wellenbrecher Büro Rhein-Ruhr organisiert und begleitet. Wellenbrecher e.V. bezieht in dieses Konzept Systeme wie Paare, Familien mit Kindern, Alleinerziehende und einzelne pädagogische Fachkräfte mit ein.
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Für bestimmte Kinder und Jugendliche bietet Wellenbrecher e.V. Gruppenprojekte an. Dabei handelt es sich um Klein-Wohngruppen mit familienanalogem Charakter, die flankiert werden durch ein differenziertes Maßnahmengerüst von
• intensiver Eltern- bzw. Familienarbeit,
• Zusammenarbeit mit Schulen,
• Erlebnispädagogischen Projekten, bis hin zu
• Diagnostischen und begleitenden Unterstützungen
Spezifisches Kennzeichen der Gruppenangebote ist die Flexibilität im Angebot von Nähe und Distanz, die hier besser ermöglicht ist als im intimen familiären System. Zentrale Zielsetzungen dieser Angebotsform sind u.a.:
• Stabilisierung der Persönlichkeit durch Selbstwertgefühl stärkende Förderung
• Förderung der sozialen Kompetenz durch Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens und Übernahme von Verantwortung im Alltag
• Altersangemessene Verselbständigung bzw. Reintegration der Kinder/Jugendlichen in die Familie
Unsere Gruppenprojekte sind:
IMPULS - Kinder- und Jugendwohngemeinschaft
Jugendwohnprojekt.
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Notschlafstelle "die koje"
Pro Jahr leben in Deutschland zwischen 1.500 und 2.500 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zumindest zeitweise auf der Straße. Etwa 300 davon werden nach Einschätzung offizieller Behörden zu Straßenkindern, die längerfristig ohne festes Dach über dem Kopf klarkommen müssen. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der jüngeren Obdachlosen, die Hilfeeinrichtungen aufsuchen, ständig gestiegen.
In Kooperation mit dem mobilen Streetworkteam Lünen eröffnete Wellenbrecher e.V. am 7. Dezember 2011 eine Notschlafstelle für Mädchen und Jungen, die es Zuhause oder in ihrer Einrichtung nicht mehr aushalten. „die koje", so heißt das Sleep In, bietet 6 Schlafplätze auf getrennten Etagen für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren. Sie sollen hier in einem geschützten Rahmen übernachten, ausruhen und abschalten können. Mit dieser Alternative zum Aufenthalt auf der Straße wird dem ansteigenden Trend der Straßenkinder entgegengewirkt. Im Gegensatz zu den klassischen Notschlafstellen können die Kids nicht selbstständig zur Notschlafstelle gehen und dort übernachten. Das Jugendamt Lünen wendet sich mit Anfragen zur Aufnahme an die zuständige Koordination des Sleep In. Die im Gespräch gesammelten Informationen schaffen anschließend die Grundlage für die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen.
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Kinder und Jugendliche, für die Erzieherische Hilfen im Ausland angezeigt sind, haben durch die bisher gemachten Erfahrungen starke Einbrüche in ihrer schulischen Laufbahn zu verzeichnen. Dies geht bis zur generalisierten Verweigerung, die Schule zu besuchen. Die erfolgreiche Wiederaufnahme des Schulbesuchs ist jedoch wesentlicher Bestandteil, um eine Reintegration der Kinder und Jugendlichen in die bestehenden Normen der Gesellschaft zu erreichen. Die Grundlage zum erfolgreichen Wiedereinstieg der Jugendlichen mit einem gebrochenen Verhältnis zur Schule ist unter anderem die Erhebung des differenzierten individuellen Lernstandes.
Dadurch erst kann
• eine Anpassung des individuelles Lernniveaus
• die Steigerung der Leistungsmotivation und
• die Förderung des Selbstvertrauens
angestrebt und erreicht werden.
Die mit der Feststellung der Konzentrationsfähigkeit bzw. des Anstrengungsvermögens gemessene Lernbereitschaft schließlich ermöglicht die Findung der passgenauen Beschulungsgrundlagen, so dass nicht erneut Demotivationsprobleme infolge von Über- oder Unterforderung entstehen.
Bei der Beschulung der Jugendlichen kooperiert Wellenbrecher seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 partnerschaftlich mit der Sonneck-Schule (staatlich genehmigte private Ersatzschule des Neukirchener Erziehungsvereins) mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und Soziale Entwicklung im Bildungsgang der Grund- und Hauptschule“ sowie dem Berufskolleg (Näheres siehe auch unter www.neukirchener.de). Um den fachlichen Austausch zwischen den beteiligten Trägern zu gewährleisten, finden regelmäßige Konferenzen statt. Die Lehrer im Ausland werden mehrmals jährlich geschult und unterliegen einer engen kollegialen Begleitung durch die Kooperationspartner.
Die betreuten Jugendlichen (Heimatbundesland: NRW) können einen Abschluss nach der Klasse 9, 10a oder 10b erlangen. Der Prüfungsort ist beliebig. Dieser kann der Standort der Schule oder der Projektort im Aus- ggfs. im Inland sein. Die ersten erfolgreichen Abschlüsse (z.T. sogar Realschulabschlüsse) liegen inzwischen vor.
Eine ausführliche Konzeption zur Beschulung wird auf Wunsch zur Verfügung gestellt.
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